Wenn der Winter zur Herausforderung für Fahrzeugflotten wird – Einblicke aus Polen

Der Winterdienst lässt keinen Spielraum für Unsicherheiten. Wenn der Schnee fällt, muss die Ausrüstung sofort und zuverlässig funktionieren. Der Unterschied zwischen reibungslosen Abläufen und kostspieligen Ausfällen wird oft schon Monate zuvor entschieden. In Polen arbeitet Jacek Szczepanski eng mit kommunalen Fuhrparks zusammen, die für den Winterdienst auf den Straßen verantwortlich sind. Aus seiner Sicht zeigt sich immer wieder dasselbe Muster: Unternehmen, die frühzeitig vorbereiten, agieren souverän, während andere unter Druck zu reaktiven Entscheidungen gezwungen sind. Wir haben mit ihm über wiederkehrende Fehler, praxisnahe Vorbereitung und darüber gesprochen, was wirklich den Unterschied macht, wenn der Winter beginnt.
In der Praxis heute – sind Fuhrparks vor der Wintersaison vorbereitet oder reagieren sie erst, wenn Probleme auftreten?
Das kommt darauf an. Einige Unternehmen planen im Voraus – sie terminieren Wartungen, pflegen ihre Maschinen und arbeiten kontinuierlich mit denselben Technikern zusammen. Das sorgt für Zuverlässigkeit.
Andere verschieben den Service. Die Maschinen stehen still, also gehen sie davon aus, dass alles in Ordnung ist. Ohne regelmäßige Wartung werden Probleme jedoch erst sichtbar, wenn die Wintersaison beginnt.
Wiederholen sich diese Muster also jedes Jahr?
Sehr häufig. Sobald der erste Schnee fällt, wird der Service plötzlich dringend – weil etwas nicht funktioniert.
Was unterscheidet gut vorbereitete Fuhrparks von denen, die von Tag zu Tag arbeiten?
Der Zustand der Ausrüstung – und die innere Sicherheit. Gut vorbereitete Fuhrparks laufen ohne Überraschungen. Ohne Vorbereitung treten kleine Probleme schnell auf und verschärfen sich unter winterlichen Bedingungen.
Wenn allen klar ist, dass Wartung wichtig ist, warum kommt es trotzdem zu Ausfällen?
Budgetdruck und die Annahme: „Es wird schon gut gehen.” Außerdem fehlt oft das Bewusstsein dafür, wie schnell sich kleine Probleme zu ernsthaften Schäden entwickeln können.
Was sind die häufigsten Wartungsfehler?
Ausgelassene Inspektionen und das Aufschieben kleiner Reparaturen. Ein weiteres Problem sind unsachgemäße Modifikationen – etwa das Umgehen von Systemen oder Sensoren.
Moderne Maschinen sind komplex. Ohne das nötige Wissen und die richtigen Teile können kleine Eingriffe große Schäden verursachen.
Was wird typischerweise ignoriert, bis es ausfällt?
Verschleiß, Lockerungen, frühe Anzeichen von Defekten – Dinge, die zunächst unbedeutend erscheinen. Zusammengenommen können sie jedoch eine Maschine vollständig außer Betrieb setzen.
Können Sie ein Beispiel nennen, bei dem ein kleines Problem zu hohen Kosten geführt hat?
Bei einer Maschine wurden Bauteile der Motorlagerung nicht überprüft – ein scheinbar kleines Problem. Mit der Zeit führten Vibrationen zu Schäden an der Hydraulikpumpe und weiteren Komponenten. Die Reparaturkosten waren um ein Vielfaches höher als eine frühzeitige Behebung gewesen wäre.
Wann sollte die Vorbereitung auf die Wintersaison beginnen?
Idealerweise direkt nach dem Ende der vorherigen Wintersaison. Dann ist der richtige Zeitpunkt für Inspektion, Reparatur und Wartung. In der Praxis beginnt die Vorbereitung lange vor dem ersten Schneefall.
Was umfasst eine richtige Vorbereitung eigentlich?
Eine vollständige technische Bewertung, gefolgt davon, die Maschine wieder in einen optimalen Zustand zu versetzen.
Vor der Wintersaison gehören dazu vor allem:
- Überprüfung der Hydraulik und mechanischen Systeme
- Kalibrierung der Streutechnik
- Inspektion von Pflügen und Sicherheitseinrichtungen
- Sicherstellung der vollständigen Funktionsfähigkeit
- Hydraulik und Schläuche
- Sensoren und Zuführsysteme
- Streumechanismen
- Schürfleisten und Sicherheitssysteme der Pflüge
- Bürsten und Arbeitseinheiten von Kehrmaschinen